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Bild: Lea Walter, 4Am, 2017

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Glattauer, Daniel: „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“

Buchtipps | Literatur

Liebe per E-Mail 

„Du lebst dein Leben. Ich lebe mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam.“
Emmi Rothner schickt versehentlich E-Mails an Leo Leike, der sie jedoch freundlich darauf aufmerksam macht, dass sich ihr Zeitungsabonnement bei ihm nicht kündigen lässt. Aus diesem Missverständnis entwickelt sich ein reger Mailaustausch, der Emmi und Leo zu Freunden werden lässt. Beide leben zwar in ihrer eigenen Welt, doch in ihrem ge­meinsamen virtuellen Refugium können sie sich unverstellt und ungezwungen austauschen. Gegenseitige Sticheleien erhalten die Freundschaft, aus der mit der Zeit Liebe wird. Sowohl Emmi als auch Leo scheuen ein Treffen, da sie befürchten, dass ihre Erwartungen vom jeweils anderen enttäuscht und das Band, das zwischen ihnen entstand, zerstört werden könnte. Als Leo jobbedingt nach Boston zieht, bricht er den Kontakt zu Emmi abrupt ab, um dadurch ihre angeschlagene Ehe zu retten und sich über seine Gefühle zu ihr klar zu werden. Damit endet der erste Band. Auf vielfachen Leserwunsch schrieb Glattauer die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“. Wir finden Emmi und Leo ein Dreivierteljahr später, als er sie nach langem „Schweigen“ überraschend wissen lässt, dass er sich wieder in der Stadt befindet, und demnächst eine Frau zu ihm zieht, die er in Boston kennengelernt hat. Doch zuvor möchte er Emmi noch mitteilen, dass ihr Ehemann einiges zu seinem Entschluss, nach Boston zu gehen, beigetragen hat. Wird es danach noch eine Chance auf Glück für Emmi und Leo geben?

Daniel Glattauer greift auf das Genre der Briefromane zurück, versetzt sie in unser Zeitalter des „WorldWideWeb“ und zeigt damit, dass sich auch via Mail witzig und geistreich korrespondieren lässt. Die beiden Bände sind schnell gelesen, da es sich „nur“ um Mails handelt, und der Autor voll Witz und Abwechslungsreichtum schreibt.

Glattauer schuf einen spritzigen, zauber­haften Liebesdialog, der die Herzen vieler Leserinnen und Leser berührte, und es in einer Dramatisierung sogar auf die Bühne des Theaters in der Josefstadt schaffte.

Daniel Glattauer:
„Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“

Signatur: D / GLA

© Linda Neubauer, 7A, 2011 (Diese Rezension wurde in „Die Schule. Forum der Schulgemeinschaft des BG und BRG Perchtoldsdorf“ Nr. 63, Juni 2011, erstveröffentlicht.)